Eine persönliche Bilanz der “BioFach 2011″ von Daniel Überall:
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Unbenommen, die Professionalisierung der letzten Jahre war notwendig. Und ja, es ist auch schön zu sehen, dass die Unternehmen der ersten Stunde mittlerweile etablierte “Player” sind – selbst wenn viele davon (zu teilen) aufgekauft wurden. Scheinbar ist man auf dem glanzvollen Mainstream-Parkett sonst nicht wettbewerbsfähig.
Nach den ersten Tagen auf der BioFach drängt sich mir die Frage auf, wo ist die nachhaltige Entwicklung und was ist der Trend? Während des Rundgangs durch den “Neuigkeiten 2011″-Bereich, stößt man unter anderem auf:
- natriumreduziertes Salz
- jodiertes Wasser
- Bionade im Six – äh – Fourpack
- Honig im Portionsbeutel für mehr Müll pro Frühstück
- und aromatisierten Kaffee z.B. Lakritz-Flavor
Gefehlt hat mir nur noch Eiscreme mit Sternenstaub und Brotaufstrich mit Einhorngeschmack.
Wirklich innovativ wäre eine Selbstverpflichtung von Produzenten und Handel gewesen: z.B. ab 201x keine Verpackungen mehr aus erdölbaserten Materialien zu verwenden. Und hätten wir eine engagierte Verbraucherschutzministerin, könnte man diese Initiative weiterführen: ab 201x umfasst das Biosiegel auch die Verpackung und die Produktion. Schluss mit Plastik, Schluss mit konventionellen Anbietern, die ihre Bio-Produktlinie nur als Sortimentserweiterung sehen und die die ersten sind, wenn es darum geht bei verfehlten Vertriebszielen wieder zur herkömmlichen Wirtschaftsweise zurück kehren. Das wäre innovativ gewesen.
Und was könnte Trend werden? Von der Ausstellerzahl her ist die BioFach etwas kleiner geworden, was den Regionalmessen Süd und Nord geschuldet ist. Dann gibt es dieses Jahr noch die goodgoods der Messe Hamburg und vielleicht traut sich die Messe München, das eigene Konzept einer Verbrauchermesse wieder aus der Schublade zu holen. Vorstellbar wäre, dass es dann zwei B2B-Regionalveranstaltungen gäbe, die einem echten Marktplatz ähneln. Auf der BioFach treffen nationale Markenartikler auf die Einkäufer der Supermarkt und BioSupermarkt-Ketten zur Leistungsschau und Konditionsgeschachere. Die Verbraucher informieren sich in Hamburg und München über die Neuigkeiten der Produktwelt.
Welche Produkte und Verfahren wünscht Ihr Euch? Welche Trends könnte es geben?
Beste Grüße aus München,
Euer Daniel
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